Zwei Jahre nach ihrem letzten Album „To Figure Out“ veröffentlichen SHORELINE aus Münster ihr viertes Studioalbum „Is This The Low Point Or The Moment After?“ Für viele Musikliebhaber*innen, die in der Punk- und Hardcoreszene unterwegs sind, sind die Jungs von SHORELINE aus Münster bei Weitem keine Unbekannten mehr.
Seit Jahren tourt die Band durch Europa, spielt eigene Shows in Jugendzentren und kleinen Konzertsälen oder supportet Bands, wie zuletzt Arm’s Length aus Kanada. Auch wenn die Band selbst von sich sagt, am liebsten möglichst kleine Shows im intimen Rahmen zu spielen, so werden sie sich nach der Veröffentlichung ihres neuen Longplayers damit abfinden müssen, dass die Nachfrage nach Konzerttickets und somit die Größe der Venues rasant steigen werden.
Warum das so sein wird? Weil das neue Album „Is This The Low Point Or The Moment After?“ ein so unglaublich gutes Album geworden ist, dass man sich nicht zu weit aus dem Fenster hängt, wenn man behauptet, dass SHORELINE mit ihrer neuen Platte ein Genre-Standardwerk gelungen ist. Wobei dazu erst einmal zu klären wäre, um welches Genre es sich denn überhaupt handelt. Im Vergleich zum Vorgänger „To Figure Out“ ist die neue Platte weniger experimentell. Vielmehr gelingt den Münsteranern eine Platte, die nur so vor großen Emopunk Momenten gepaart mit einer mitreißenden Portion Hardcore strotzt und die nicht selten an die großartigen IDLE CLASS, ebenfalls aus Münster, erinnert.
Womit wir wieder beim Genre wären. Im Zuge der ersten Platte der Londoner von Apologies, I Have None, hat ein gewiefter Marketingfuchs – wahrscheinlich auch aus Münster – das Subgenre Heartcore etabliert. Genau dieser Begriff würde „Is This The Low Point Or The Moment After?“ am ehesten beschreiben.
Inhaltlich verbirgt sich hinter dem doch recht sperrigen Titel die Hoffnung, dass nach einem Tiefpunkt immer auch irgendwann ein „Aufwärts“ auf einen wartet. Eine Hoffnung, die man heutzutage auf die politische Weltlage beziehen könnte, aber auch im Privaten verbirgt sich hinter jeder dunklen Phase die Hoffnung auf ein wenig Helligkeit im Anschluss. Nicht nur inhaltlich, sondern auch musikalisch, changiert das Album zwischen melancholischer Schwere und Licht am Ende des Tunnels, wobei das Leitbild, dass es nach dem Tiefpunkt weitergeht, im Vordergrund der zehn Songs steht.
Was die Platte so besonders macht, ist die unbändige Energie, die ihren vorläufigen Höhepunkt in der Mitte des Albums mit den Songs Paradox Man und Synchronize erreicht. Selten waren Shoreline näher am Hardcore dran und selten haben die Münsteraner derart durch den Tisch getreten. Man mag sich kaum ausmalen, wie gut die Platte in den kleinen Clubs der Republik funktionieren wird. Gehörten Shoreline bis dato schon zu den besten Livebands im Heartcore, so werden sie mit „Is This The Low Point Or The Moment After?“ die Venues ihrer Clubtour in Schutt und Asche legen. Das solltet ihr euch definitiv nicht entgehen lassen.
Die Daten:
25.09. Hannover, Bei Chez Heinz
26.09. Leipzig, Naumanns
02.10. Hamburg, Logo
03.10. Berlin, Badehaus
09.10. Köln, Gebäude 9
10.10. Stuttgart, ClubCann
15.10. Wiesbaden, Schlachthof
16.10. München, Backstage
VÖ: Uncle M /Pure Noise Records, https://purenoise.bandcamp.com/album/is-this-the-low-point-or-the-moment-after
Tracklist: Worry Count/ Brittle Bond/ Sweet Spot/ Forgive/ Paradox Man/ Synchronize/ Out Of Touch/ Good Times/ Youthfully Naive/ Phantom Pain
Unsere Wertung: 9/10






