„Das schönste kleine Festival Deutschlands“ mit bagger-großem Herzen.
<obs echo "Welt aus. OBS an."; >
Es gibt Festivals, die größer werden wollen. Und es gibt das Orange Blossom Special in Beverungen. Seit Jahren beweist das Team rund um Rembert Stiewe, dass es nicht auf Masse ankommt, sondern auf Haltung, Leidenschaft und die richtigen Menschen.
Wer das OBS besucht, kommt nicht einfach nur zu einem Festival. Man wird Teil einer Gemeinschaft. Zwischen alten Freundschaften und neuen Begegnungen, zwischen Weser, Zeltplatz und Villa entsteht jedes Jahr aufs Neue eine Atmosphäre, die man nur schwer beschreiben kann. Warm, herzlich und vollkommen unaufgeregt. Hier treffen sich Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber, Künstlerinnen und Künstler auf Augenhöhe, hier wird entdeckt, statt konsumiert. Was alle verbindet: Qualität, Leidenschaft und die Gewissheit, dass man nach dem OBS mit vollen Akkus wieder in den Alltag fährt.
Freitag: Zwischen Melancholie, Wucht und Surf-Garage
Mit Bikini Beach und ihrem entfesselten Garage-Punkrock beginnt für uns der Freitag. Das Trio aus der Schweiz bringt eine explosive Mischung aus Surf-Rock, Psychedelia und fuzzgetränkten Gitarren auf die Bühne und setzt eine eindrucksvolle erste Duftmarke.
Genau solche Momente sind es, die das OBS ausmachen: Bands, die vielleicht noch nicht jeder kennt, die aber innerhalb weniger Minuten das ganze Publikum für sich gewinnen.
Eine Entdeckung 2024 im strömenden Regen war Marlo Grosshardt. Und seitdem ist viel passiert! Sowohl bei ihm als auch in der Welt. Mit seiner markanten Stimme und der beeindruckenden Bühnenpräsenz wird der bekennende OBS-Fan nicht müde, mit klugen, emotionalen Liedern in bester Singer-Songwriter Manier das Publikum für sich zu begeistern.
Samstag: Entdeckungen, Energie und die „niederländische Version“ der Zukunft des Post-Punks
Nicht fehlen durften auch dieses Jahr wieder die OBS Wandermusiker Lasse Paulus und Jörkk Mechenbier aka Schreng Schreng & La La. Dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Teppich der Hauptbühne. Und das mit einer Routine, als würden die beiden demnächst durch längst vergessene Fernsehshows am Samstagabend führen.
Worries and other plants aus der Schweiz bereiten mit ihrem „Low-Level“ Stoner Gemisch im Anschluß eine entspannte und verträumte Basis für den Übergang in den heißen Nachmittag.
Und was nach den Schweizern auf die OBS Veteranen und Neulinge losgelassen wird, zieht einem schier die Schuhe aus und hinterlässt nicht wenige im Garten mit offenem Mund. Grote Geelstaart aus Zeeland zerlegen mit ihrem KrautNoiseArtMathGetöse und ihrer extrem extrovertierten und vereinnahmenden Performance mal eben alles, was an Gemütlichkeit aufgekommen war. Wow! Zur Erholung gibt es für uns Mittelrheinpokalfinaltränen und viel Bier. Musikalisch geht es dann für uns mit einer unserer absoluten Lieblingströstebands, den Herrenmagazinen, weiter. Immer eine Bank, immer ein kleiner Seelenwärmer.
Tramhaus geben dem Publikum dann als kleines „Nachthupferl“ nochmal richtig einen auf die 12. Was ein Abschluss für den Samstag und was wächst da bitte gerade bei unseren niederländischen Nachbarn für eine MusikerInnen Generation heran. Die Band aus Rotterdam war nicht nur unfassbar tight mit ihrem Shoegaze-Post-Punk-Gemisch, sie brauchten auch gefühlt zwei Akkorde, um alle im Publikum mit ihrer Performance zu fesseln. Respekt.
Sonntag: Früh aufstehen und spät ins Bett
Traditionell steht man am OBS-Sonntag rechtzeitig auf und kommt geduscht oder zumindest „katzengewaschen“ aufs Gelände, um sich von Rembert und dem Secret Act in den letzte Festivaltag leiten zu lassen. Wie lustig, dass wir uns noch beim Kaffee holen fragten, wer denn da auf dem Balkon der Villa sitzt. Woher kannte man diese Typen? Da war sich jemand ganz sicher, dass niemand dahinter kommen würde, dass in diesem Jahr diese Band, noch dazu mit dieser unfassbar traurigen und zugleich hoffnungsvollen Geschichte, hinter dem schwarzen Vorhang stehen würde: Young Rebel Set. Was ein Wiedersehen. Und so manchem kullerte die ein oder andere dicke Träne die Wange runter. Spätestens, als die Band ältere Songs aus der Feder des 2019 verstorbenen Sängers Matthew Chipchase spielt. Danke für genau diese Momente. „Weißt Du, was ich manchmal denke? Es müsste immer Musik da sein…“
Stooooop. „Es is noch lang net vorbai!“
Aber eine kurze, emotional sortierende Pause nahmen wir uns und waren zu Maria Iskariot wieder zurück vor der Hauptbühne. Zum Glück, denn die Energie, die das Quartett da auf der Bühne und beim Crowdsurfen freisetzte, war enorm.
„Die Frooch, ob de Typ, wu jetzat kommt, do funktioniere dät.“, brauchte sich nach dem ersten Song von Gringo Mayer und der Kegelband wirklich niemand zu stellen. Kurpfalz zu Gast in Ostwestfalen. Was ein Auftritt, was ein Fest. Und „was en riechtisch gude Kerl“ mit einer stabilen Haltung.
So. Endspurt. Turbostaat. Eine Band, bei der wir schon so oft vor der Bühne standen, die wir aber so redselig wie heute eher selten erlebt haben. Zurecht mit dem Prädikat eine der besten deutschen Livebands betitelt, rotzen sie neben ein paar Ansagen mit ihren norddeutschen Geschichten von Schwänen, Mooren und anderem in die Menge. Hussuuuuum…….
Und wie bestellt – nun, das waren sie ja auch – schlossen Wrest aus Schottland, auch eine OBS 2024 Entdeckung, das Festival stimmungsvoll und emotional ab. Bett. Abbau. Voll getankt nach Hause.
(Text: Alex T. & Guido B. Fotos: © Denis Schinner)
„… Bei allem, was Du machst. Und wenn’s so richtig scheiße ist, ist wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle, wo es am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen und Du hörst immer nur diesen einen Moment.“
<obs echo "OBS aus. Welt an."; >

































